Freitag, 15. Juni 2012

Ein Startup für die gute Sache

Jan Pannenbäcker in seinem EM-Shirt
Jan Pannenbäcker in seinem EM-Shirt - Foto: Benjamin Doerfel


Seit gestern wohne ich bei Jan in unmittelbarer Nähe des Oranienplatzes. Jan ist Entrepreneur, hat mit 25 Jahren sein erstes Unternehmen gegründet. Mit bio und fair gehandelter Kleidung will er seinen gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Jan Pannenbäcker kommt wie ich aus dem hohen Norden und ist auch in einer norddeutschen Kleinstadt aufgewachsen. Vor einem Jahr gründete er Good Wear, im November zog er nach Berlin. Wer mit seinem Startup-Unternehmen etwas erreichen will, sollte besser hierher kommen.
corner Ich habe hier den Austausch gesucht – Jan Pannenbäcker play AudioCite1


Es geht um die Sache, weniger ums Geld



„Good Wear hat weniger den finanziellen Profit als Ziel, sondern will einen gesellschaftlichen Mehrwert generieren“, sagt Jan. Seine Kleidung besteht zu 100 % aus Bio-Baumwolle, wird unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt und ist klimafreundlich. „Es ist gut, wenn man als Startup nicht unbedingt vom Geld ausgeht“, sagt Jan. Für ihn stehen die Idee und die Sache im Vordergrund. „Jeder muss verinnerlichen, was haben wir für eine Funktion auf diesem Planeten haben und sollte sich fragen, ob das so weitergehen kann.“

Jan hat erst studiert, ist dabei aber nicht ganz glücklich geworden. Viel lieber wollte er selbst etwas schaffen und kreieren. Zwar studiert er noch weiter, hadert aber, ob er seinen Abschluss machen soll. „Das ist schon ein Risiko ohne Abschluss, vor allem wenn Good Wear nicht erfolgreich ist."

Spezielles Shirt, extra zur EM



Damit Good Wear noch erfolgreicher ist, hat Jan als Reaktion auf die EM den Deutschen Fairness Bund ins Leben gerufen, „den etwas anderen DFB“, wie er sagt. Unter diesem Mini-Label vertreibt er das erste biofaire und klimaneutrale Fanshirt als Zeichen der Fairness im Sport. Im Sinne der Nachhaltigkeit könne man das Shirt aber natürlich auch nach der EM noch tragen, sagt Jan lachend.

Mit Good Wear sitzt Jan, der das Unternehmen mit seinem Bruder zusammen gründete, im "social impact lab" am Erkelenzdamm. Dort hat er mit ein viermonatiges Stipendium gewonnen. In dem Co-Working-Haus arbeiten in erster Linie andere Social Businesses, so dass es für Jan ideale Netzwerkmöglichkeiten gibt. Der gegenseitige Austausch, das gegenseitige Befruchten sei dabei ganz wichtig und einzigartig. „Das ist eine unglaubliche Atmosphäre, das hätte ich mir vorher nicht vorstellen können.“

Jans erste Saison auf der O



Im Kiez und direkt an der Oranienstraße wohnt Jan erst seit November 2011. „Ich erlebe jetzt auch zum ersten Mal diese saisonale Entwicklung, das ist ganz spannend.“ Neben Deutsch und Türkisch höre er auf den Straßen jetzt viel mehr Englisch und Spanisch, der Tourismus ist für ihn deutlich spürbar. Stören tut ihn das nicht. „Es ist doch ein gutes Zeichen, wenn es international ist und die Leute sich gegenseitig befruchten können, weil sie so unterschiedlich sind“, sagt Jan.
corner Hier kann jeder so sein, wie er will – Jan Pannenbäcker play AudioCite2



Nur etwas grüner könnte es schon sein gegen einen See in der Nähe hätte er auch nichts. Social Entrepreneurship und Startup-Hype zum Trotz kommt in Jan dann wieder der Junge aus der norddeutschen Kleinstadt hervor.

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