Dienstag, 30. April 2013

Til Biermann Autor: Til Biermann

„Tantuni“ – Qualitäts-Fastfood aus Mersin

Auf einer heißen Eisenplatte werden die zuvor gekochten Entrecôte-Würfel mit Gewürzen und Rapsöl verfeinert
Auf einer heißen Metallplatte werden die zuvor gekochten Entrecôte-Würfel mit Gewürzen und Rapsöl verfeinert

– Foto: Til Biermann


Im "Toros"-Imbiss am Oranienplatz wird gewürfeltes Entrecôt-Rindfleisch auf einer Metallplatte zubereitet.

Am Oranienplatz steht es ein unscheinbares Büdchen genau vor den Zelten der afrikanischen Flüchtlinge, die seit neun Monaten dort Wind und Wetter trotzen. Es ist auf den ersten Blick eine Imbissbude, wie man sie überall in Berlin finden kann mit Holzbänken und Tischen davor.

Allerdings gibt es hier bei „Toros“ etwas ganz Besonderes: „Tantuni“, das ist mageres Entrecôte-Rindfleisch, in kleine Würfel geschnitten, vorgekocht und auf einer großen, heißen Metallplatte mit Gewürzen und Rapsöl fertig zubereitet. Die Salate, etwa Ruccola und Petersilie, sind frisch, das Dürümbrot, in das alles eingewickelt ist, wird jeden Morgen vor Ort gebacken, es ist dünn und duftet wunderbar.
Der Chef sagt: „Das ist das kommende Fastfood-Produkt aus der Türkei, Döner ist ja leider in Verruf geraten. Hier muss man nicht darüber nachdenken, was da drin sein könnte, das ist reines Fleisch.“
Die Spezialität kommt aus Mersin im Südosten der Türkei, nicht sehr weit von der syrischen Grenze. Die Region ist in der Türkei berühmt für ihre Fleischspeisen, die nahen Städte Adana und Urfa sind etwa für ihre Köfte-Hackspieße bekannt, was sich in oft zu findenden Dönerlädennamen wie „Adana Grill“ oder „Köz Urfa“ niederschlägt.

Im "Toros" am Oranienplatz gibt es "Tantuni", eine Fleischspezialität aus dem türkischen Mersin
Im "Toros"-Imbiss am Oranienplatz gibt es "Tantuni", DIE Fleischspezialität aus dem türkischen Mersin

– Foto: Til Biermann


Der Preis für einen „Tantuni“-Dürüm liegt mit 3,50 Euro etwas höher als der Preis des mittlerweile weltweit bekannten Berliner Döners, der meist aus dem Hackfleisch verschiedener Tiersorten angefertigt wird.
Allerdings sind die Zutaten hier bei „Toros“ tatsächlich exquisit. Während etwa das Dürümbrot vieler anderer Dönerien dick und manchmal gummiartig ist, in Großbäckereien zubereitet wird, ist es hier ein Genuss. Und das Fleisch ist tatsächlich zart, saftig und fein gewürzt.

„Toros“ am Oranienplatz gibt es seit zwei Jahren. Die Qualität hat sich herumgesprochen, viele Anwohner kommen, „aber auch immer mehr Kunden, die extra aus dem Wedding und Neukölln herkommen“, sagt der Chef.
Seinen Namen möchte er lieber nicht veröffentlichen: „Das Produkt soll der Star sein, nicht der Inhaber“, lacht er. Er bezeichnet sein Produkt als „Qualitäts-Fastfood“ – und hat Recht damit.

Direkt hinter dem "Toros"-Imbiss auf dem Oranienplatz leben afrikanische Flüchtlinge in Zelten.
Direkt hinter dem "Toros"-Imbiss auf dem Oranienplatz leben afrikanische Flüchtlinge in Zelten

– Foto: Til Biermann




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